
Quelle: https://18doors.org/tag/sukkot/
Fünf Tage nach Jom Kippur wird Sukkot gefeiert, das die Bibel (Lev. 23,24) als das “Fest der Laubhütten” bezeichnet. Sukkot ist eines der drei Feste, die bis ins Jahr 70 n.d.Z. mit großen Pilger- und Wallfahrten zum Jerusalemer Tempel gefeiert wurde und daher als Wallfahrtsfeste bekannt sind. An Sukkot erinnern Juden sich an den Auszug aus Ägypten (13. Jh. v.d.Z.) und danken für eine reiche Ernte.
Während der fünf Tage zwischen Jom Kippur und Sukkot errichten jüdische Haushalte die sog. Sukkot – Laubhütten, in denen man vorübergehend lebt und vor allem die täglichen Mahlzeiten einnimmt. Diese Laubhütten sind jenen Hütten nachgebildet, in denen die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste lebten.
Auch werden Palmwedel, besondere Zitrusfrüchte (Etrogim), Myrthen- und Weidenzweige erworben, die für den Ritus der Festgebete an Sukkot als Schmuck unverzichtbar sind.
Nach dem eigentlichen Festtag wird das Laubhüttenfest gemäß der Thora (Lev. 23,36) für weitere sechs Halbfeiertage fortgesetzt. Während dieser Woche ist jeder Tag halb Alltag und halb Festtag.

Quelle: aus eigenem Archiv der JKG Recklinghausen
Sukkot – Die Zeit unserer Freude
Sukkot ist das Fest der Freude, der Ernte und des Gedenkens an den Auszug des jüdischen Volkes aus Ägypten. Nach den Tagen des Gerichts, der Reue und der Versöhnung folgt die Zeit der Freude, die in der Tora als „Sman Simchatejnu“ – die Zeit unserer Freude bezeichnet wird. Unmittelbar nach dem Ende von Jom Kippur beginnen Juden traditionell mit dem Bau der Sukka, der Laubhütte. Neben dem Gebot, in der Sukka zu wohnen, gibt es weitere Gebote: die „Vier Arten“ (Arba’a Minim), den Brauch, am siebten Tag – Hoschana Rabba – Zweige der Weide zu schlagen, und schließlich das Gebot, sich zu freuen – denn Freude selbst ist eine Mizwa.
Wie jedes Jahr wurden auch in unserer Jüdischen Gemeinde Kreis Recklinghausen alle Gebote mit Hingabe erfüllt. Kinder und Erwachsene bauten mit Begeisterung die Sukka, schmückten sie liebevoll und bereiteten sich auf das Festmahl vor. Es fanden festliche Gebete und gemeinsame Mahlzeiten statt. Doch in diesem Jahr fiel auf den zweiten Festtag ein schweres Gedenken: der zweite Jahrestag des tragischen 7. Oktober 2023. Wie das gesamte jüdische Volk vergaßen auch wir nicht die zwanzig Geiseln, die damals verschleppt wurden. Wir beteten für sie und warteten – zwei lange Jahre. Diese schmerzhafte Erinnerung trennte die Zeit in ein „Davor“ und „Danach“ und nahm uns ein Stück der ungetrübten Freude, selbst an einem Fest, das zur Freude verpflichtet.
Aber Sukkot ist auch das Fest der Dankbarkeit, der Hoffnung und der Einheit. Eine Nachricht, die uns während des Festes erreichte, stärkte diese Hoffnung: Am 10. Oktober besuchten Ivanka Trump und Jared Kushner gemeinsam mit dem US-Sondergesandten für den Nahen Osten Steve Witkoff die Klagemauer in Jerusalem, um für den Erfolg des Friedensplans von Präsident Donald Trump zu beten. Nach alter Tradition legten sie Zettel mit ihren Bitten in die Ritzen der Mauer. Herr Kushner sagte, er bete um Kraft und Weisheit für den Präsidenten, damit er einen Weg finde, der Menschenleben rettet.
Der letzte Tag des hellen, heiligen Sukkot-Festes – in Israel war es der 13. Oktober – brachte die Erfüllung unserer Gebete: Zwanzig Geiseln kehrten lebend nach Hause zurück.
Hunderttausende jubelnde Menschen füllten die Straßen Israels, Millionen Juden in aller Welt dankten Präsident Trump und weinten vor Glück. Im Namen des Festes liegt eine tiefere Botschaft: Die Sukka steht als Symbol für die kommende Zeit, in der der Ewige Seinen friedlichen Schirm über Israel und alle Völker der Erde ausbreiten wird.


